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Zentrale Pflegedokumentation Die Orientierung auf zentrale Pflegebereiche sowie die Vernetzung von Daten und die Komprimierung des Pflegeprozesses sind Kernelemente der hier näher vorgestellten Zentralen Pflegeplanung (ZPD) als Beitrag zur Entbürokratisierung der Pflege-dokumentation. Rechtsvorschriften wie Sozial-, Pflege- und Heimgesetze geben eine Mindestdokumentation vor und lassen Gestaltungsfreiheiten zu. Diese tragen einrichtungsintern durchaus positiv zum Bewusstwerden und zur Identifizierung mit den erforderlichen Dokumentationen bei. Unsystematische und zum Teil widersprüchliche Rechtsvorschriften sowie die beweisrechtliche Bedeutung der Pflege-dokumentation wirken verunsichernd und führen zu Mehrfachdokumentationen. Nicht inhaltlich vernetzte Daten bewirken trotz der Mehrfachdokumentation eine paradoxe Unterdokumentation. Die Qualitätssicherung in der Pflege und die daraus erwachsene Bürokratie dürfen kein Selbstzweck sein und nicht mehr Zeit als die eigentliche Durchführung der Pflege selbst beanspruchen. Der Zeitaufwand und die Inhalte der Pflegedokumentation müssen sich im relevanten Pflegetagesablauf am tatsächlichen Pflegebedarf (an Ressourcen, Problemen und an den wirklich zu leistenden Maßnahmen) orientieren. Ein solches Anforderungsprofil ist von allen Beteiligten (Pflegeeinrichtungen, Versicherungsträgern, Aufsichtsbehörden) anzuerkennen. Da einrichtungsinterne Überlegungen frei gestaltbar bleiben, verkompliziert und überbürokratisiert so manche starre und zu differenzierte Vorgabe die Dokumentation. Die Orientierung an einer Zentralen Pflegedokumentation ergibt aus der Nachhaltigkeit der Entbürokratisierung kontinuierliche Verbesserungs- und Erweiterungsprozesse wie beispielsweise hinsichtlich
Das aufwändige Abzeichnen von Einzelleistungen wird von vielen Praktikern beklagt und stellt zumindest gefühlt eine Überbürokratisierung dar. Der jährliche Mehrauf-wand im Verwaltungsbereich wurde aber auch längst berechnet (zum Beispiel im Abschlussbericht „Identifizierung von Entbürokratisierungspotenzialen in Ein-richtungen der stationären Altenpflege in Deutschland“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im Mai 2006. Zu den wesentlichen Aspekten der ZPD gehören
Die Kategorisierung der Pflege in Lebensbereiche z.B. nach den Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) oder nach den Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens (AEDL) dient als methodisches Mittel zum Erlernen der Pflegeplanung. Qualifiziertem Pflegefachpersonal sind die Lebensaktivitäten als bei der Pflegeplanung abzuarbeitendes „Hilfsgerüst“ bekannt. Dabei kommt es häufig zu Doppelungen und Meinungsverschiedenheiten wie zum Beispiel der Frage danach, was denn nun in welche der vielen Lebensaktivitäten gehört. Darum werden die Aktivitäten des Lebens in der Zentralen Pflegedokumentation in vier Zentralbereiche der Pflege entbürokratisiert. Diese stützen sich auf zeitgemäße Konzepte (wie zum Beispiel auf Palliativ Care und Dementia Care Mapping) sowie auf die Expertenstandards des Deutschen Netzwerkes für Qualitätsentwicklung in der Pflege. Damit gelingt es, für jeden pflegebedürftigen Menschen entlang den sechs Schritten der Pflegeplanung nach dem Pflegeprozess individuell, prägnant und praktikabel zu dokumentieren: Es ergibt sich ein übersichtlicher Nachweis für jede Kalenderwoche. Der Pflegeprozess mit seinen sechs Schritten wird in der ZPD auf die folgenden drei Bereiche komprimiert:
Tabelle 1: Zentrale Pflegebereiche der ZPD
Tabelle 2: Zentraler Pflegebereich "Körper"
Die
Zentrale Pflegedokumentation konzentriert sich bewusst auf die zentralen
Pflegebereiche (Körper, Geist, Seele und Soziales Umfeld) und setzt
Schwerpunkte, die je nach vorliegendem Ausmaß umfangreicher oder kürzer
abgehandelt werden können. Die Individualisierung der Pflege ist und
bleibt dabei die Aufgabe der Pflegepraxis vor Ort. Neben der
Persönlichkeit des einzelnen Pflegebedürftigen spielen insbesondere
strukturelle Bedingungen sowie das wachsende pflege-wissenschaftliche
Know-how eine wichtige Rolle, so dass der bereits erwähnte
Verbesserungs- und Erweiterungsprozess fortlaufend zu betrachten ist und
niemals beendet sein kann. Literatur:
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